Kurzurlaub – The Minimalists in London auf ihrer Tour “Everything that remains”

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Mal kurz nach England hopsen – und wieder zurück. Ein 20-Stunden-Urlaub um die Minimalisten “The Minimalists” Joshua und Ryan zu sehen.
Ein bisschen verrückt? Vielleicht. Wir haben es letzte Woche gemacht, als sie in London waren.


Länger als einen Tag konnten wir aus privaten Gründen nicht wegbleiben. Und es ging auch nicht nur darum, die beiden zu sehen und zu hören. Es ging auch um all die anderen, die zu der Veranstaltung kommen würden. Darum, ein Gefühl für die Community zu bekommen: wie viele kommen? Alte? Junge? Was tun sie? Wie sehen sie aus? Was bewegt sie?
Und dafür war die Lesung wirklich gut geeignet! Denn Ryan und Joshua unterhielten nur circa eine halbe Stunde mit Lesung und freiem Erzählen über ihre Reise zum Minimalismus (die wir ja schon kannten, weil wir ihre Bücher gelesen hatten). Danach gab’s Q&A. Ungefähr 20 Menschen aus dem Publikum reihten sich hinter dem Mikro auf und stellten ihre Fragen. Das reichte von “Ich bin Künstlerin und möchte meine Materialien reduzieren, gleichzeitig fällt mir das schwer, weil ich sie eventuell für zukünftige Projekte brauchen kann. Was kann ich tun, um trotzdem zu reduzieren?”* bis zu “Wenn alle minimalistisch leben würden, würde dann nicht unsere ganze Wirtschaft und Gesellschaft zerstört?”**

Diese Fragen und die Antworten darauf waren der wirkliche Gewinn und das Spannende an dem Abend.
Zum Abschied entließ uns Joshua mit “Love people and use things. Because the opposite never works.” (Liebt Menschen und benutzt Dinge. Denn das Gegenteil funktioniert nie.)

Nachher halfen wir noch etwas beim Aufräumen, um uns schließlich ebenfalls bei Ryan und Joshua anzustellen als die Schlange langsam kürzer wurde. Free hugs, Foto und eine kurze Unterhaltung gab es. Und den Kontakt zu Regina, die die Londoner Minimalisten-Facebook-Gruppe leitet, der wir uns aus der Ferne nun auch anschließen werden.
Denn dies war auch ein Ziel der Tournee der Minimalisten, dass lokale Gruppen gebildet werden, in denen sich die Menschen gegenseitig unterstützen können.
Wie bei einer Fragestellerin, die heute Abend helfende Hände für ihre Packing-Party suchte und fand.

Als alles nun tatsächlich vorbei war, nahmen wir uns ein Taxi in unser Hotel. Das war das erste tolle Londoner Hotel, in dem wir übernachtet haben, das noch einigermaßen bezahlbar war. In der Küchenzeile machten wir uns noch ein Müsli als Abendessen. Dann ab in die Federn (beziehungsweise die Mikrofaserbetten auf dem Boxspring-Bett). Um viertel vor vier am nächsten Morgen klingelte der Wecker. Das geräumige Bad mit seinen zwei (!) Duschen half uns beim Wach-Werden.
Nochmal Müsli und dann wieder Taxi. Durch ein morgen-dunkel-dämmeriges London. Einen Teil der Strecke an der Themse lang. Ein blau beleuchtetes London-Eye, die Houses of Parliament und die Tower-Bridge. “Now I feel like a tourist” war der Kommentar von Christian.

Fazit: ein inspirierender Kurzurlaub, der sich gelohnt hat. Vor allem wegen der neuen Kontakte.

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So sah es aus, als die beiden dann auf der Bühne standen – … habe ich erwähnt, dass Chris und ich wohl die besten Plätze im ganzen Saal hatten 🙂

Nach der Veranstaltung. Das waren ungefähr 2/3 der Stühle. Insgesamt wohl 600 Besucher waren da gewesen. Im Hintergrund seht ihr die Schlange für “Hugs and Photos” bei Ryan and Joshua.

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Da haben wir dann unsere “Hugs and Photo” abgeholt – von links nach rechts: Joshua, Regina (von der Londoner FB-Gruppe), Chris, ich und Ryan.

 

P.S.: … und das waren die Antworten:
* Ryan’s Antwort: Wenn es zu deinem Leben positiv beiträgt, dann behalte es. Wenn du wirklich reduzieren willst, würde ich vorschlagen, die Dinge weg zu packen und wenn du nach einer bestimmten Zeit – drei Wochen, drei Monate, drei Jahre, zehn Jahre, mach deine eigene Regel – sie noch nicht wieder raus geholt hast, dann waren sie vielleicht doch nicht so hilfreich für dein Leben wie du dachtest.
** Darauf hat Joshua als Antwort seinen neuen Essay zu diesem Thema vorgelesen – Kurzform: Minimalisten konsumieren auch, nur anders. Mehr in Erlebnisse und Erfahrungen und in wenige, aber nachhaltige Güter.

 

2 Antworten
    • andrea
      andrea says:

      Liebe Gitta,

      schön dass mein Bericht Dich inspiriert hat und Dich etwas “mitnehmen” konnte nach London 🙂

      Liebe Grüße
      Andrea

      Antworten

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