Ein Gastbeitrag für Euch zum Jahreswechsel! :-)

Hallo Ihr Lieben,

mit dem letzten Post dieses Jahres haben wir noch etwas Besonderes für Euch. Alex Lang, der regelmäßig auf unserem Stammtisch ist, hat einen Gastbeitrag über Meditation für Euch geschrieben. Ein schönes Thema zum Jahreswechsel.

Und falls jemand von Euch daraufhin den Vorsatz fasst, im neuen Jahr zu meditieren: Am besten gelingen Vorsätze, wenn man sie als “wenn…, dann ….” formuliert (wenn es Montag Abend sieben Uhr ist, dann meditiere ich zwanzig Minuten) – so wird es hier in diesem Artikel von Sciencealert beschrieben.

Die letzten Wochen des Jahres haben wir damit zugebracht, unser Buch “Trotzdem Vegan” zu veröffentlichen (momentan nur als Kindle-E-Book bei Amazon, die anderen Formate folgen noch). Auf unserer Seite trotzdemvegan.de findet ihr auch eine Leseprobe. Wir haben lauter spannende Leute interviewt: Leistungssportler, Weltenbummler, Menschen mit wenig Geld, Köche, Psychologen, …. Also wenn euch das interessiert: schaut rein! Wir freuen uns über eure Rückmeldungen 🙂

Und noch kurz ein paar Worte zu unserem letzten Stammtisch dieses Jahr am 20. Dezember: 14 von Euch waren gekommen – mehr als wir am 4. Advent erwartet hatten 🙂 Christian Pries hat – nach seinem Experiment zum Leben ohne Kühlschrank – diesmal kurz von seinem neuesten Experiment berichtet: Leben ohne Internet. Allerdings hatte er es erst eine Woche zuvor gestartet. Er wird bestimmt demnächst noch mehr berichten können. Nach Christians Kurzvortrag haben wir uns einfach miteinander unterhalten. Es waren viele spannende, anregende Unterhaltungen und die letzten von uns sind abends um ca. halb acht nach Hause gegangen.

Wir bedanken uns bei Euch allen für’s Lesen unseres Blogs, für’s Kommentieren und für eure Besuche beim Stammtisch und wünschen Euch einen Guten Rutsch und ein wunderbares Neues Jahr 2016!!

Liebe Grüße!

Andrea + Chris

 

Und hier der Gastartikel von Alex Lang für Euch:

Die minimalistische Beschäftigung schlechthin:

die Meditation

Chris hat mich gebeten mit einem Artikel die Meditation im Kontext zum Minimalismus vorzustellen. Ich fühle mich geehrt und möchte Euch meinen Weg zur Meditation beschreiben, was Sie für mich bedeutet und warum sie, so wie der Minimalismus, wohltuend und förderlich ist.

Am Anfang steht oft eine Suche

Als Kind hat man manchmal Zeiten der Unbeschwertheit durchlebt. Mit dem Erwachsenwerden setzt sich zunehmend eine rationellere Sichtweise durch und die Ideale verblassen langsam. Fast schleichend verliert sich jene Unbeschwertheit und gerät oft in totale Vergessenheit. Denn zu sehr ist man mit Terminen, Konsum und Planung beschäftigt und steht unter Stress. So war es auch bei mir. Denn ich war mit meiner Ausbildung beschäftigt und wollte beruflich in einem Dienstleistungsunternehmen Fuß fassen. Einzig beim Joggen stellte sich bei mir ein gewisses Gefühl der Leichtigkeit ein. Gleichzeitig spürte ich, dass mir schon als junger Mensch die jeweiligen Trends auf den Sack gingen. Für mich war das alles Stress und oftmals hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht der breiten Masse entsprach. Unbewusst war ich auf der Suche. Hätte mich damals jemand danach gefragt, dann hätte ich nicht mal antworten können, dass ich auf einer Suche bin….

Durch Zufall kommt man dem Glück näher

Mit Anfang Zwanzig war ich acht Monate arbeitslos. Während meiner Arbeitslosigkeit musste ich eine kaufmännische Fortbildungsmaßnahme der Agentur für Arbeit besuchen. Diese Fortbildungsmaßnahme bestand aus Unterrichtseinheiten, die von verschiedenen Referenten geleitet wurde. Eine Referentin führte mit unserer Gruppe ein autogenes Training durch, wobei sie uns verbal anleitete und uns Gruppenteilnehmer in einen tranceartigen Zustand versetzte. Auch heute noch fasziniert mich dieses Erlebnis, das ich so in dieser Form noch nicht kannte. Mit den allseits bekannten Anleitungen wie z.Bsp. „mein linker Arm wird schwer, schwer, warm und durchblutet“ wurde bei uns die Visualisierung angestoßen und das autogene Training navigiert. So wurde schließlich mit diesen Sätzen der ganze Körper besprochen. Obwohl wir ca. 15 Personen waren, von denen jeder mehr oder weniger eingesunken auf seinem Stuhl mit geschlossenen Augen saß, war es absolut still im Raum. Man hätte eine Stecknadel fallen hören. Und trotzdem war ich in einem tranceartigen Zustand, den ich so nicht kannte. Nach dieser Fortbildungsmaßnahme habe ich mir ein Buch über autogenes Training gekauft und es vor allem als Einschlafübung benutzt, wenn ich noch im Feierabend unter Stress stand. Im Laufe der Zeit schlief diese konstruktive Gewohnheit immer mehr ein. Zu dieser Zeit habe ich zwar konsumiert, war aber immer noch nicht den jeweiligen Trends zugetan. Ich weiß noch, dass ich schon damals nicht mehr als vier bis fünf Jeans hatte und mich bei zugestellten Räumen schlicht und ergreifend überfordert fühlte. Hätte ich zu dieser Zeit schon den Minimalismus gekannt, dann hätte ich mich früher damit beschäftigt.

Auf der Suche nach dem Glück

Mit Anfang Dreißig war ich Single und musste durch eine berufliche Umstrukturierung in eine Stadt ziehen, die 300 km von meinem bisherigen Wohnort entfernt war. Ich verbrachte zwar meine Freizeit mit viel Sport und trainierte für diverse Halbmarathons und einen Marathon, aber fühlte mich trotzdem einsam. Als dann der Marathon absolviert war und das Training auslief, fiel ich letztendlich in ein tiefes Loch. Ich versuchte dies zu kompensieren durch Frustkäufe (Klamotten, PC-Spiele, wöchentliches Besäufnis usw.), und merkte, dass dies die falsche Richtung war. Ich beschäftigte mich mit Literatur, die sich um das Kernthema Glück drehte. Vieles davon betrachte ich aus heutiger Sicht als nicht mehr seriös, so z.Bsp. die Bücher bei denen man Wünsche ans Universum richtet. Aber in vielen sachlich aufbereiteten Büchern las ich von einer Zufriedenheitsquelle, der… Meditation. Das Buch das ich zu diesem Thema kaufte, ist meiner Meinung nach auch das Beste, da es einen ohne Dogmen und ohne Spiritualität an dieses Thema heranführte. Es hieß „Einfach Meditieren“. Mit leichten Übungen, z.Bsp. fünfminütiges Stillsitzen und Konzentration auf die Atmung, wurde einem die Meditation sanft näher gebracht. Letztendlich konzentriert sich die Meditation meiner Erfahrung nach auf das stille Sitzen und die volle Konzentration auf jedes langsame und bewusste Ein- und Ausatmen. Ich praktizierte die Meditation an festgelegten Tagen zu bestimmten Uhrzeiten, damit ich mir gegenüber selbst verbindlich wurde. Wie wunderbar sich das anfühlte… Ich war auf Etwas gestoßen das nichts kostete, unabhängig von Ort und Zeit durchführbar war und schlicht und ergreifend entspannend war. An meiner Einsamkeit hatte sich nichts geändert, aber der Zeitraum der Meditation führte mich zu einer kleinen Zuflucht der Zufriedenheit. Ich hatte einen geschützten Raum geöffnet. Manchmal gelang es mir den Raum zu betreten, oftmals stand ich nur an der Schwelle und lächelte in mein Refugium hinein…

Dauerhafte Implementierung der Meditation

Einige Zeit war ich wieder in einer Beziehung und das Meditieren schlief ein, da ich nicht mehr ein Wohnzimmer zur alleinigen Verfügung hatte und mich der Fernseher zu sehr von der Konzentration ablenkte. Auch die Flucht ins Schlafzimmer brachte keine Abhilfe. Alles braucht im Leben seine Zeit, und so war es auch hier. In dieser Zeit las ich das Buch „Simplify your life“ welches für Viele der Einstieg zum Minimalismus ist. Ehrlich gesagt, mir war das Buch zu kompliziert und es waren einfach zu viele Ratschläge. Als ich nach vier Jahren ohne Meditation merkte, dass mein Stresspegel seit einem längeren Zeitraum erhöht war, wollte ich wieder auf die Meditation zurückgreifen. Diesmal wollte ich jedoch in einer ruhigen Umgebung innerhalb einer Gruppe meditieren. So stieß ich auf einen Verein bei mir in der Nähe, bei dem ich entweder gegen einen jeweiligen Unkostenbeitrag oder als Vereinsmitglied meditieren konnte. Das war dann auch das Passende für mich. In einer stillen Umgebung mit Gleichgesinnten zu meditieren fühlte sich intensiver an, als alleine zu meditieren. Das war schon ein Paradoxon, denn bei so einer Gruppenmeditation hat man ja einen Abstand zum Sitznachbarn, ist still und bewegt sich nicht für die Dauer der Meditationseinheit. Und die Gruppe war genauso wie mein Buch, dass mich zur Meditation geführt hatte. Es gab keine Dogmen und es war jedem freigestellt, ob und wie er sich persönlich neben der Meditation einbringen wollte (z.Bsp. beim Putzen des Vereinsheims oder bei Gesprächen über geistige Themen). Das ist seit über zwei Jahren meine Herzensangelegenheit und ein sicherer Anker gegen den Stress (zumindest ist der Stress nach der Meditation für mindestens einen halben Tag „runtergefahren“). Vor über einem Jahr stieß ich durch die Dokumentation „Weniger bringt Mehr“ auf den Minimalismus. Seit dieser Zeit fühle ich mich noch unbeschwerter, denn endlich gibt es einen Namen für diese Art, dem Konsum kritisch zu begegnen und so stieß ich auch in diesem Bereich zu gleichgesinnten Menschen. Die Meditation hat so viele Parallelen zum Minimalismus, denn auch hier konzentriert man sich auf ganz Weniges. Und schließlich ist die Meditation weg vom Konsum und eine zeitlose Sache. Jeder soll über das, was er tut, frei entscheiden können. Ich finde aber, dass jeder Mensch den Minimalismus und die Meditation kennen sollte. Denn jeder sollte wissen, wie er für sich zwei neue Türen zur Zufriedenheit und Unbeschwertheit öffnen kann.

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